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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weiht das Ludwig Erhard Zentrum ein - Eröffnung mit Bürgerfest am 20. Juni

Nach Einweihung des Ludwig Erhard Zentrums (LEZ) durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet das neue Ausstellungs- und Begegnungszentrum in Fürth am 20. Juni 2018 mit einem Bürgerfest.

Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit ist das Ludwig Erhard Zentrum (LEZ) in der Fürther Innenstadt am 18. Mai 2018 feierlich eingeweiht worden. Neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Gattin Elke Büdenbender konnte die Vorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, Evi Kurz, unter anderem den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, den Botschafter der Volksrepublik China, Shi Mingde, die bayerischen Staatsminister Joachim Herrmann und Franz Josef Pschierer, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, den Enkel von Erhards Doktorvater Prof. Franz Oppenheimer und die einzigen beiden Urenkel von Ludwig Erhard sowie zahlreiche weitere Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft begrüßen. Rund 300 geladene Gäste waren bei der festlichen Einweihung im Neubau des LEZ anwesend.

Dass mit dem LEZ ein deutschlandweit einzigartiges Ausstellungs-, Dokumentations-, Begegnungs- und Forschungszentrum entstanden ist, bestätigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Ich glaube, Ludwig Erhard wäre stolz auf sein Museum und seine Fürther“, so Steinmeier in seiner Festrede: „Stolz vor allem, dass sie ihm keine goldene Statue, sondern einen Ort für Aufklärung und Dialog gewidmet haben.“ Der Bundespräsident spannte in seiner Rede einen Bogen von der Nachkriegszeit bis in die Herausforderungen der Gegenwart und digitalen Zukunft. „Erhard konnte die technischen Umbrüche unserer Zeit nicht erahnen, aber er war nicht altmodisch“, betonte Steinmeier, der sich beim Rundgang freute, dass aus dem LEZ „kein Antiquitätenkabinett, sondern ein lebendiger Ort der Diskussion“ gemacht wurde. Der Zukunftsraum des Museums übertrage Erhards Denken in die heutige Zeit.

Beim Rundgang durch das LEZ, das neben dem Geburtshaus von Ludwig Erhard auch einen imposanten Neubau am Fürther Rathaus umfasst, zeigten sich die ersten Besucher beeindruckt von der Ausstellung und dem dazugehörigen Konzept. Besonders Ministerpräsident Markus Söder war begeistert: „Das hat ein sensationelles Niveau, das sich mit vergleichbaren Einrichtungen in Berlin, London und Paris messen kann.“ Jeder Euro sei gut investiert gewesen.

Für Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung ist das LEZ ein angemessener Ort, der Ludwig Erhard gerecht werde. „Überfällig und wichtig“ sei das Zentrum. „Und es musste in Fürth entstehen“, so Jung, „nicht nur weil Erhard ein waschechter Fürther war, sondern weil die Welt der kleinen Geschäftsleute und insbesondere der Konkurs des elterlichen Geschäfts in der Weltwirtschaftskrise so prägend für sein Denken und Handeln war.“ Das LEZ könne der ganzen Welt Mut machen, denn Visionen waren zu Erhards Lebzeiten so notwendig wie heute.

Die Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, Evi Kurz, die das Projekt initiierte und seit vielen Jahren vorantreibt, sprach am Tag der Eröffnung von einem „kleinen Wunder, dass es diesen Ort jetzt gibt. Daran hätten viele mitgewirkt, so wie vor 70 Jahren am Wirtschaftswunder, als dessen Vater Ludwig Erhard gilt. Mit dem LEZ wolle man allerdings nicht nur den ehemaligen Bundeskanzler und Bundeswirtschaftsminister ehren, sondern „auch die Generation unserer Eltern und Großeltern, die dieses unglaubliche Wunder nach dem Krieg geschafft haben.“ Evi Kurz bedankte sich neben den öffentlichen Geldgebern Bund, Freistaat Bayern und Stadt Fürth ausdrücklich bei den Stiftern, Spendern und Sponsoren die mit insgesamt 2,5 Millionen Euro privaten Geldern das LEZ auf den Weg gebracht haben. Sie erinnerte auch an die „Mammutaufgabe“ der letzten vier Jahre, nachdem die Finanzierung stand, parallel zur Suche nach Exponaten, das inhaltliche Konzept für das Haus zu erarbeiten. Ihr großer Dank ging dabei vor allem an Professor Daniel Koerfer aus Berlin, der als ehrenamtlicher Kurator die hochwertige Ausstellung konzipiert hat.

Der Botschafter der Volksrepublik China bekam von Evi Kurz die erste von 50 exklusiv für diesen Tag vom Künstler Prof. Ottmar Hörl geschaffenen Ludwig-Erhard-Figuren überreicht. Botschafter Shi Mingde, der schon am Vortag angereist war, um die Ausstellung in Ruhe zu studieren, erklärte, dass Ludwig Erhard in China sehr bekannt sei. Evi Kurz sprach mit dem Botschafter am Rande der Feierlichkeiten über gemeinsame wissenschaftliche Symposien und Touristen aus China.

Seinen wissenschaftlichen Anspruch unterstrich das LEZ bereits bei seiner Eröffnung. Der Festakt in Anwesenheit des Bundespräsidenten beinhaltete neben Reden und Grußworten eine von Barbara Hahlweg (ZDF) moderierte Podiumsdiskussion. Es sprachen Professor Otmar Issing (Präsident Center for Finance, Frankfurt und ehem. Chefvolkswirt und ehem. Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Professor Harold James (Wirtschaftshistoriker, Princeton University, USA), Michael Vassiliadis (Vorsitzender der IG BCE), Angelique Renkhoff-Mücke (Vorstandsvorsitzende der WAREMA Renkhoff SE) und Evi Kurz.

Am Tag der Einweihung öffnete auch das „Café Luise“ im Geburtshaus in den Räumen des ehemaligen Weißwarengeschäfts der Eltern von Ludwig Erhard. Es ist benannt nach Ludwig Erhards Ehefrau. Luise Erhard, wie ihr Mann eine studierte Volkswirtin, war eine hervorragende Köchin und Bäckerin. Ihre Kuchenrezepte wird es künftig im Museumscafé geben.

Für die Öffentlichkeit wird das Ludwig Erhard Zentrum am 20. Juni 2018 mit einem großen Bürgerfest seine Pforten öffnen. Es ist der 70. Jahrestag der Währungsreform von 1948. Stargast wird der Fernsehmoderator und Journalist Günther Jauch sein.

„Es ist und bleibt der letzte Zweck jeder Wirtschaft, die Menschen aus materieller Not und Enge zu befreien.“

Polygonillustration von Ludwig Erhard