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Zum 125. Geburtstag: Festakt im Stadttheater Fürth

Am 24. Januar ehrte Fürth seinen berühmten Sohn mit einem Festakt im Stadttheater - wegen der Corona-Auflagen zwar nur mit wenigen Gästen vor Ort, dafür konnte die Veranstaltung online im Livestream verfolgt werden.

Zur Veranstaltung auf Youtube: livestream.ludwig-erhard-zentrum.de

Musikalisch begleitet wurde der Festakt von Thilo Wolf (Piano), Norbert Nagel (Saxophon/Klarinette) und Klaus Sebastian Klose (Kontrabass).

Evi Kurz, die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, bei der Begrüßung

Joachim Herrmann, bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, findet es wichtig, Ludwig Erhards 125. Geburtstag "trotz Corona ordentlich zu feiern" und betonte in seinem Grußwort, dass die Soziale Marktwirtschaft "unser Erfolgsrezept" ist und bleibt.

Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeine München und Oberbayern, verwies in ihrer Begrüßung auf die historische Leistung Erhards und betonte, dass für sie persönlich die Soziale Marktwirtschaft ein "Zauberwort" für die "unglaubliche Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg" sei.

Roland Weigert, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, forderte in seinem Grußwort, den Themen Wettbewerb und individuelle Verantwortung in der Sozialen Marktwirtschaft wieder eine größere Bedeutung beizumessen.

Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung erinnerte in seinem Grußwort daran, dass Ludwig Erhards Fürther Jahre und Erfahrungen prägend für seine späteren wirtschaftspolitischen Überzeugungen waren.

Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der wegen eines kollidierenden Termins in Berlin mit einem virtuellen Grußwort zugeschaltet war, betonte, dass Erhards Ideen auch heute noch „hochmodern“ seien.

Zum Thema "Mit Ludwig Erhard in die Zukunft" diskutierten Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld, Leiter des Walter Eucken Instituts in Freiburg, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing, Präsident des Center for Financial Studies in Frankfurt, Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern für Sport und Integration, und Dr. Carsten Linnemann, stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU.

Bei der Podiumsdiskussion ging es darum, wie man im Sinne Erhards auf die derzeitigen Herausforderungen reagieren kann. Otmar Issing, der Ludwig Erhard noch persönlich kannte und heute Präsident des Center for Financial Studies in Frankfurt ist, sagte, dass es für die Politik nach ei­ner Krise wie der aktuellen schwierig sei, "aus dem Gebermodus herauszukommen". Doch jetzt müsse moderat umgesteuert und der Wettbewerb wieder gefördert werden.

Der frühere Sachverständigenratsvorsitzende und Leiter des Walter Eucken Instituts in Freiburg Lars Feld mahnte: „Den Klimaschutz bewältigen wir nicht, indem wir der Stahlindustrie möglichst viele Subventionen zahlen, sondern in­dem wir auf den CO2-Preis setzen, in­ternationale Vereinbarungen und einen gewissen sozialen Ausgleich.“

Eine zentrale Frage bei der Podiumsdiskussion war auch, ob Deutschland mit seiner freien Marktwirtschaft weiter gegen Chinas Industriepolitik bestehen kann. Der CDU-Vizevorsitzende Carsten Linnemann zeigte sich optimistisch: „Wir müssen in Deutschland nicht chinesischer werden, sondern wettbewerbsfähiger."

Heike Göbel, Ressortleiterin Wirtschaftspolitik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), moderierte die Podiumsdiskussion.

Prof. Siegfried Russwurm mit Evi Kurz, Maja Brankovic und Prof. Dieter Kempf
Prof. Russwurm bei seinem Vortrag zum Thema "Neue Regierung - neuer Aufbruch in den klimaneutralen Industriestandort?"
Prof. Russwurm bei seinem Vortrag zum Thema "Neue Regierung - neuer Aufbruch in den klimaneutralen Industriestandort?"
Prof. Russwurm im Gespräch mit den Gästen
Prof. Dieter Kempf, ehemaliger Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie

BDI-Präsident Siegfried Russwurm zu Gast im LEZ

Am 1. März 2022 war Prof. Dr.-Ing. Siegfried Russwurm, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (BDI), zu Gast im Ludwig Erhard Zentrum (LEZ). Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ludwig-Erhard-Gespräch“ sprach Russwurm zum Thema „Neue Regierung – neuer Aufbruch in den klimaneutralen Industriestandort?“. Im Anschluss kam er mit Maja Brankovic, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaft und für „Geld und Mehr“ bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, und den Veranstaltungsgästen ins Gespräch.

Die Presseinformation zur Veranstaltung finden Sie hier zum Download. Den vollständigen Vortrag finden Sie auf YouTube.

In seinem Vortrag „Neue Regierung – neuer Aufbruch in den klimaneutralen Industriestandort?“ schilderte Russwurm die gigantischen Herausforderungen, vor die der Weg zur Klimaneutralität die Industrie stellt: „Deutschland ist seit mehr als hundert Jahren ein Energieimportland und wird es so lange bleiben, wie es ein Industrieland ist.“

Der BDI-Präsident appellierte an die Bundesregierung, den Import erneuerbarer Energien voranzutreiben: „Wir werden massiv ‚grüne Quellen‘ brauchen – Länder, aus denen wir CO2-neutrale Energieträger importieren können“, sagte Russwurm. Das müsse „der Schwerpunkt ökologischer Klima-Außen-Wirtschaftspolitik“ sein.

Um die Herausforderungen zu lösen, braucht es laut Russwurm „massive privatwirtschaftliche Investitionen“ und gemeinschaftliche Lösungen von Wirtschaft und Politik, die „auf Grundlage einer offenen Geisteshaltung gegenüber Markt, Unternehmertum, Wettbewerb, Technologie und Innovation“ entwickelt werden.

Auch Prof. Dieter Kempf (rechts im Bild), Vorgänger Russwurms als Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie und Vorstandsmitglied der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, beteiligte sich an der Diskussion zum Thema "Neue Regierung – neuer Aufbruch in den klimaneutralen Industriestandort?".

Die Veranstaltungsreihe „Ludwig-Erhard-Gespräch“ wurde vom Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e.V. ins Leben gerufen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, mit renommierten Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen für die Soziale Marktwirtschaft zu debattieren.

BDI-Präsident Prof. Siegfried Russwurm mit Gastgeberin Evi Kurz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus und Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e.V.